Wenn Kinder heikle Esser sind
Heikel sein ist bei Kindern völlig normal. Mit Geduld und ohne Druck wird es meist von allein besser.
Das Wichtigste in Kürze
- Viele Kinder zwischen 2 und 6 Jahren lehnen Neues ab, das ist eine normale Phase.
- Oft braucht es 8 bis 15 Versuche, bis ein Kind ein Lebensmittel mag.
- Anbieten statt drängen: Das Kind entscheidet, wie viel es isst.
- Gemeinsam essen und mitkochen lassen hilft mehr als Überreden.
Warum Kinder heikel sind
Die Skepsis gegenüber Neuem ist ein alter Schutzmechanismus. Kleine Kinder vertrauen vor allem dem, was sie kennen. Bitteres Gemüse wird dabei besonders oft abgelehnt. Die gute Nachricht: Mit jedem entspannten Kontakt wird das Unbekannte vertrauter.
Was wirklich hilft
- Immer wieder anbieten: Kleine Mengen, ohne Kommentar, neben etwas Bekanntem.
- Vorbild sein: Kinder essen eher, was die Erwachsenen am Tisch sichtbar genießen.
- Mitkochen lassen: Was selbst gewaschen, geschnitten oder gerührt wurde, wird eher probiert.
- Zerlegen: Viele Kinder mögen Zutaten lieber getrennt am Teller als vermischt.
- Ruhige Mahlzeiten: Kein Handy, kein Fernseher, keine Kämpfe am Tisch.
Was eher schadet
- Belohnen mit Süßem: Das macht Süßes noch wertvoller und Gemüse zur Pflicht.
- Zwingen oder Aufessen-Müssen: Das verknüpft Essen mit Stress.
- Extra-Gerichte auf Bestellung: Besser ein Familienessen mit mindestens einer bekannten Komponente.
Achtung: Wenn dein Kind an Gewicht verliert, nur sehr wenige Lebensmittel akzeptiert oder beim Essen würgt oder Schmerzen hat, sprich mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt.
Tipp: Lass dein Kind aus zwei Gemüsesorten wählen. Die Frage „Gurke oder Paprika?“ funktioniert besser als „Willst du Gemüse?“.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Phase?
Bei den meisten Kindern wird es im Schulalter deutlich besser.
Soll ich Gemüse verstecken?
Ab und zu ist das in Ordnung, etwa im Saucen-Püree. Wichtig ist aber auch, Gemüse sichtbar anzubieten, damit es vertraut wird.
Was, wenn mein Kind gar nichts isst?
Ein Kind holt Ausgelassenes meist bei der nächsten Mahlzeit nach. Wenn es länger so geht, ärztlich abklären lassen.